Unterschiedlichkeiten / Diversity

Vielfalt als Bereicherung nutzen


Globalisierung, demografische und gesellschaftliche Entwicklungen erfordern kontinuierliche Veränderungen in Unternehmen.

Wenn die Erwerbsbevölkerung spürbar zurückgeht, wenn Unternehmen ihre Tätigkeit an vielen verschiedenen Orten rund um den Globus ausüben, wenn Beschäftigte nach Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben suchen, wird traditionelle Personalpolitik in Frage gestellt. Interkulturelle Kommunikation und Zusammenarbeit sind gefragt.


Europäische Betriebe stehen im Wettbewerb um die Gunst einer zunehmend multikulturellen Kundschaft. Sie arbeiten mit Menschen und Firmen aus anderen Ländern und mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Neben dem Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien ist vor allem eine "vielfältige Belegschaft" gefragt. Neue Unternehmenskonzepte und Personalentwicklungsstrategien helfen, das Potenzial dieser MitarbeiterInnen – mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und individuellen Anforderungen – zu erschließen. Diese Unterschiedlichkeiten, unter dem Schlagwort Diversity auf den Begriff gebracht, stellen neue Anforderungen an Management und Beschäftigte, in Bezug auf Unternehmenskultur und Gesundheitspolitik.

 
Konsequenzen für die Praxis

Ausgehend von den Praxiserfahrungen aus den unterschiedlichen Feldern (z.B. Ältere Arbeitnehmer, Work-Life-Balance, Gleichstellung von Frauen, Integration von Behinderten, etc.) sehen  EfH-Unternehmen in Bezug auf Unterschiedlichkeiten folgende Faktoren als entscheidende Voraussetzungen für den Unternehmenserfolg an:

  1. Mitarbeiterbeteiligung

    Beschäftigte aller Ebenen sollen so früh und so vollständig wie möglich in die Bedarfserhebung, Analyse und Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen eingebunden und beteiligt werden.

  2. Business Case (Nutzenargumente)

    Da die verschiedenen Bereiche von Unterschiedlichkeit zum Teil erheblich mit kontrovers diskutierten Werten und allgemeinen Grundsätzen behaftet sind, ist es ausschlaggebend, ihren Beitrag zum Erreichen von Kernzielen in einer Organisation von Anfang an klar und deutlich herauszustellen.

  3. Kommunikation und Bewusstseinsbildung

    Eine klare, kontinuierliche und akzeptierte Kommunikationspolitik schafft die Rahmenbedingungen für eine breite Beteiligung und Akzeptanz des Business Case, insbesondere bei den Führungskräften und dem mittleren Management.

  4. Praktische und überprüfbare Verbesserungen

    Wie in allen anderen Geschäftsbereichen müssen Veränderungen auf der Basis nachvollziehbarer und prüfbarer Ziele gestaltet werden.

  5. Zielgruppengenauigkeit

    Je nach Bereich müssen Analyse und Intervention sich an den spezifischen Bedarfen der jeweiligen Zielgruppen orientieren.

  6. Flexible Arbeitsorganisation

    Flexible und mitarbeiterorientierte Maßnahmen der Arbeitsgestaltung bilden zusammen mit Maßnahmen zur Kultur- und Führungskräfteentwicklung den Kern aller Anstrengungen, Diversity in der heutigen Unternehmenspraxis erfolgreich zu implementieren. Dazu gehören flexible Arbeitszeitregelungen und eine zielgruppengerechte Aufgabengestaltung.

  7. Diversity-freundliche Führungs- und Management-Systeme

    Wenn sich Diversity-freundliches Führungs- und Managementverhalten in den Unternehmen auf allen Ebenen verbreiten soll, müssen nicht nur entsprechende Standardqualifikationen angeboten werden, sondern die Leistungs- und Erfolgsmaßnahmen müssen auch entsprechende Kriterien beinhalten, welche die Ergebnisse von Führungs- und Managementverhalten transparent werden lassen.


In der Umsetzung ist eine partnerschaftliche Unternehmenskultur die Triebfeder für ein erfolgreiches Diversity-Management.

 

"Das, was in der Vergangenheit für uns günstig war und uns erfolgreich gemacht hat, wird in Zukunft ganz anders aussehen. Jene Organisationen, die es tatsächlich verstehen, Diversity-Management erfolgreich einzusetzen, gehen mit einem erheblichen Wettbewerbsvorteil in das neue Jahrhundert: Nur so kann jeder Einzelne im Unternehmen in die Lage versetzt werden, nach besten Kräften seinen Beitrag zu leisten."

Penny de Valk, Ceridian Centrefile Ceridian House, Großbritannien

(Keynote Speaker/Themenexpertin der EfH-Sitzung "Unterschiedlichkeit/Diversity", 19. - 20. Mai 2003, Székesfehérvár, Ungarn)


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