
Lebenslanges Lernen ist die Voraussetzung zur Stärkung persönlicher Ressourcen, welche die Beschäftigungsfähigkeit und die individuelle Entfaltung in einer partnerschaftlichen Unternehmenskultur fördern.
"Lebenslanges Lernen" wird nicht nur für den Einzelnen immer wichtiger. Auch Organisationen können ohne ständige Veränderungs- und Verbesserungsprozesse nicht am Markt bestehen. Dazu müssen sie in der Lage sein zu lernen, also Wissen zu generieren, aufzunehmen und im Sinne einer gesundheitsgerechten Arbeits- und Organisationsgestaltung einzusetzen. "Wissensmanagement" hat die Aufgabe, Ziele für das benötigte Wissen zu setzen und Maßnahmen zu deren Erreichung zu ergreifen.
"Wissensmanagement" und "Lebenslanges Lernen" kennzeichnen die immer wichtiger werdende Rolle der Produktion und Verbreitung von Wissen in den entwickelten Volkswirtschaften.
Diese drei Handlungsfelder bestimmen zukünftig sowohl in volkswirtschaftlicher als auch betriebswirtschaftlicher Hinsicht die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.
Lebenslanges Lernen: Konzept und Umsetzung
Das Konzept des lebenslangen Lernens umfasst die Gesamtheit allen formalen, nicht-formalen und informellen Lernens über den gesamten Lebenszyklus eines Menschen hinweg. Lebenslanges Lernen verläuft idealerweise auf durchlässigen und miteinander verbundenen Bildungspfaden und ist ein Lernen in Eigenverantwortung: Lebenslanges Lernen wird verstanden als individuelle, unternehmerische und gesellschaftliche Investition.
Lebenslanges Lernen im betrieblichen Umfeld beginnt bei der beruflichen Erstausbildung, schließt die berufliche Weiterbildung ein und umfasst alle informellen Lernprozesse im Rahmen der täglichen Arbeitsorganisation. In der betrieblichen Praxis zeigen sich große Unterschiede in Bezug auf konzeptionelle Grundlagen der Weiterbildungspraxis und ihre Finanzierungsmodalitäten. Die Weiterbildungs-beteiligung variiert zwischen Branchen und ist abhängig von der Betriebsgröße – je kleiner die Belegschaft desto schwächer die Bildungsbeteiligung.
Die Beschäftigungsquoten werden stark durch das individuelle Bildungsniveau beeinflusst, je höher der Bildungsabschluss, desto höher die Beschäftigungsquote.
Wissensmanagement und Lebenslanges Lernen schaffen Werte
Die Anerkennung immaterieller Faktoren in der Wertschöpfung fordert ein neues Denken in der Strategieentwicklung und Führung, betrieblich wie überbetrieblich. Unter Führungsgesichtspunkten sind neue Analyse- und Meßverfahren erforderlich, die die aktuellen und potenziellen Vermögenswerte von Organisationen vollständig abbilden können. Solche Verfahren sind bereits entwickelt, sie sollten in Zukunft viel stärker genutzt werden. Wertsteigerung durch geplante und an Unternehmenszielen ausgerichtete Pflege des intellektuellen Kapitals kann zurückgreifen auf die vorhandenen Verfahren zur Gestaltung einer partnerschaftlichen und gesundheitsgerechten Unternehmenskultur.
Konsequenzen für die Praxis
Den EfH-Mitglieder erscheint es als sehr wichtig, Rahmenbedingungen zu schaffen bzw. auszubauen, die "Lebenslanges Lernen" und "Wissensmanagement" in Organisationen fördern. Aus dem Erfahrungsaustausch im EfH-Netzwerk ergaben sich folgenden Konsequenzen für zukünftige Aktivitäten:
"Eine große Herausforderung heute besteht darin, die Balance zwischen Intelligenz und Ignoranz zu gestalten. Wir beschäftigen uns fast ausschließlich mit dem, was wir wissen, aber nicht mit dem, was wir nicht wissen. Unternehmen sollten intelligent verborgene und unbekannte Ressourcen und Fähigkeiten nutzen. Das ist etwas anderes als traditionelles Wissensmanagement, ich nenne das Wissensnavigation."
Prof. Dr. Gerhard Bosch, Institut Arbeit und Technik, IAT, Gelsenkirchen
(Keynote Speaker/Themenexperte der EfH-Sitzung "Wissensmanagement und Lebenslanges Lernen", 18. - 19. April 2005, Torun, Polen)
Wissensmanagement und Lebenslanges Lernen
Auszug aus der EfH-Broschüre "Guide to Best Practice"
(PDF, Status Oktober 2005)
